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Selbstverständnis

Akademie heute

Vor knapp 2500 Jahren hat der griechische Philosoph Platon in Athen mit seiner Philosophenschule das Ur-Modell von ›Akademie‹ geschaffen: ein geschützter, abgelegener, unweit des namengebenden Hains Akademeia angesiedelter Ort des freien, jeglicher Dogmen entbundenen Denkens. Diese Beschreibung trifft für Nürnberg nicht nur auf das einzigartige Akademie-Gelände zu, vielmehr trifft sie einen zentralen Aspekt unseres grundlegenden Selbstverständnisses: Als Akademie – zumal als jene Akademie, die 1662 als erste Kunstakademie im deutschsprachigen Raum gegründet wurde – sehen wir uns auch diesem historischen Initial-Gedanken der Institution ›Akademie‹ verpflichtet. Wir verstehen uns als einen Schutzraum des (Un)Möglichen, als ein Ort des freien künstlerischen Experimentierens, als Stätte der prozessualen Ausbildung individueller künstlerischer Haltung.

 

Akademie als Ermöglichung

Die Kunstakademie in Nürnberg bietet jenen Denk- und Handlungsraum, in dem vermeintliche Selbstverständlichkeiten ergründet und Ungewissheiten künstlerisch produktiv gewendet werden können. In einem offen definierten Ausbildungsangebot suchen wir ein breites Spektrum von Formen und Ausprägungen zeitgenössischer künstlerischer Praxis zu ermöglichen und diese im jeweiligen gesellschaftlichen und historisch-kritischen Zusammenhang zu verorten. Denn Akademie, das meint für uns überdies die Auseinandersetzung mit ›der‹ Geschichte und Theorie der Kunst, ganz im Sinne einer berühmten Maxime, die ein eher an-akademischer Künstler vor bald 150 Jahren geprägt hat: »wissen, um zu können« (Gustave Courbet). Dabei bieten insbesondere die einzelnen Klassen jenen produktiven Rahmen, in dem sich die zentralen Leitbilder des Studiums verwirklichen lassen: Befragung und Infragestellung, Exploration und – zumal mit einer Vielzahl von Werkstätten und Ausstellungsmöglichkeiten – Experiment, offener Diskurs sowie respektvoller Dissens, (Selbst)Ermächtigung und (Selbst)Befähigung. Insofern ermöglicht das Studium an unserer Akademie – gleich ob ›frei‹, ›angewandt‹ oder ›kunstpädagogisch‹ (letztlich verbindet unsere Studiengänge mehr, als sie trennen würde) – die Entwicklung einer eigenen künstlerischen Haltung, zugleich aber auch die Entfaltung einer eigenständigen Persönlichkeit. Hierzu gehört auch die stetige, aktuelle Befragung der eigenen Position und ihr Verständnis als Teil eines grundlegend internationalisierten Arbeitsfeldes, dessen Vielfältigkeit auch der eigenen Praxis ein erweitertes Gebiet künstlerischer Handlungsformen eröffnet.

 

Reflektierte Freiheit

Das Prinzip ›Akademie‹ gewährt Freiräume, die es zu ge- und zu bewahren, zu gestalten, aber auch zu hinterfragen gilt. Denn zu bedenken ist, dass die freie Selbstverwirklichung und das unkonventionelle Eigenleben, die den KünstlerInnen-Status lange zu kennzeichnen schienen, in Folge der »Demokratisierung der Werte Kreativität und Freiheit« längst ihren »Ausnahmecharakter« (Luc Boltanski/Ève Chiapello) verloren haben. ›Kreativität‹ stellt kein Alleinstellungsmerkmal mehr von KünstlerInnen dar, der »Kreativitäts-Imperativ« (Andreas Reckwitz) zielt mittlerweile auch auf eine neoliberale Arbeitskraftmobilisierung und -abschöpfung. Die ›Akademie‹ ist demzufolge auch ein Ort der künstlerisch-praktischen Verhandlung und theoretischen Reflexion nicht nur des einstmaligen, von den Triebkräften der Moderne geprägten, großen Emanzipationsprojekts ›Kunst‹, sondern ferner auch der Interferenzen zwischen diesem künstlerischem Potential und seiner gesellschaftlicher Wirklichkeit.

 

Permanente Re-Vision

Wenn wir Kunst dennoch als eine basale gesellschaftliche Kraft begreifen, so gilt es, ihre Potentiale immer wieder neu zu ergründen, neuerlich zu verhandeln und zu entfalten – in kritischer Reflexion und künstlerischer Praxis. Dazu gehört zweifelsohne auch die Frage nach der Verortung von Kunst innerhalb der gegenwärtigen Gesellschaft; insofern muss eine Kunstakademie unter den je gegenwärtigen Bedingungen ihre soziale Situiertheit und ihren Auftrag unablässig praktisch reflektieren. Zur permanenten Re-Vision steht somit immer wieder die Frage an, wie sich ›Akademie‹ heute beziehungsweise wie sich ›Akademie heute‹ denken lässt und wie wir gemeinsam Studium und Akademie-Leben gestalten wollen. Eben solche Fragen in ganz unterschiedlichen Medien zu stellen, miteinander zu diskutieren und aneinander zu schärfen liegt für uns an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg im Kern einer Akademie als Schutzraum des (Un)Möglichen.

 

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