Architektur
 
Die von Sep Ruf  entworfene transparente Pavillonarchitektur vereint in sehr gelungener Weise alle Ateliers, Werkstätten und die zentralen Einrichtungen wie etwa Bibliothek, Mensa und Verwaltung.

Das Ensemble ist die erste denkmalgeschützte Nachkriegsarchitektur Süddeutschlands.

Sep Ruf (* 9.3.1908 München, † 29.7.1982 München) wurde 1950 zum Professor der Architektur und Stadtplanung an die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg berufen. 1953 erfolgte der Wechsel nach München.

Sein Entwurf für den Neubau der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg (1952-54) zeigte erstmals die charakteristische Sprache seines späteren Werks: Leichtigkeit der Erscheinung, minimierte Konstruktion, transparente Wände und schlanke Dächer.

Der Bau nimmt das Konzept es Deutschen Pavillon zur Weltausstellung 1958 in Brüssel (1956-1958) vorweg, den Ruf zusammen mit Egon Eiermann ausführte, un der ihm internationale Anerkennung brachte.

Rufs spätere Werke mit seinem Partner, dem Konstrukteur Wilhelm Schaupp (* 1922) umfasste u.a. das Wohn- und Empfangsgebäude des Bundeskanzlers in Bonn (Kanzlerbungalow, 1963-1964), ein ausgereiftes Werk in Proportion und Detail. Sep Ruf wurde zum dominanten Münchener Architekt der 1950er und 60er Jahre und hinterlässt ein umfangreiches Werk von Wohngebäuden, Bauten für Verwaltung, Bildung, Büro und Repräsentation. 1971 gründete er mit 4 Kollegen (Alfred Goller, Helmut Mayer, Hanns Oberberger, Ludwig Thomeier) eine Büropartnerschaft, die nach seinem Tod weitergeführt wurde.

 

Bedeutende Projekte:

  • Maxburg, München; 1952-1957
  • Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg; 1952-1954
  • Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg; 1953-1978
  • Deutscher Pavillon Weltausstellung 1958, Brüssel; 1956-1958
  • Johannes-Capistran-Kirche, München; 1957-1960
  • Hochschule für Verwaltungswissenschaften, Speyer; 1958
  • Amerikanische Botschaft, Bad Godesberg; 1959
  • Wohn- und Empfangsgebäude des Bundeskanzlers (Kanzler-Bungalow), Bonn; 1963-1964

Literatur:

  • Hans Wichmann: "In memoriam Sep Ruf", DVA Stuttgart 1985, S. 212
  • "Sep Ruf 1908-1982. Moderne mit Tradition."
    Winfried Nerdinger in Zusammenarbeit mit Irene Meissner (Hg.)
    Prestel Verlag, München Berlin London New York 2008
    ISBN 978-3-7913-4143-9 (Buchhandelsausgabe)
    ISBN 978-3-7913-6208-3 (Museumsausgabe)

[Lageplan der Gebäude ]

 

 
Letzte Aktualisierung: 01.03.2010